«DAS ARBEITEN IST EINFACHER GEWORDEN.»

Aus 20 mach 5: Das Grundbuch im Kanton Thurgau durchlebte im letzten Jahr eine grosse Veränderung. Die 20 Grundbuch- und Notariatskreise wurden zu fünf Bezirken – Arbon, Frauenfeld, Kreuzlingen,Münchwilen und Weinfelden – fusioniert. Im Zug der Reorganisation erhielt die VRSG den Auftrag, die Grundbuchlösung TERRIS an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Linus Schwager,Grundbuch- und Notariatsinspektor, erzählt, wie er das Projekt erlebt hat.

Der Kanton Thurgau arbeitet schon lange mitder Grundbuchlösung TERRIS. Was war der Grund für die Anpassung?
LINUS SCHWAGER: Tatsächlich wurde die Grundbuchlösung TERRIS vor über 25 Jahren im Kanton Thurgau entwickelt. Damals nahmen wir sie als erster Kanton – ursprünglich mit 32 Grundbuchkreisen – produktiv in Betrieb. Mit unserer aktuellen Reorganisation wollten wir die Lösung nicht bloss auf die fünf Bezirke herunterbrechen, sondernauch so überarbeiten, dass sie den ganzen Kanton mandantenfähig abbildet. Dafür mussten die Daten migriert und in die neuen Struktureneingefügt werden.

Wie sah die Projektarbeit aus?
LINUS SCHWAGER: Es gab mehrere Sitzungen mitVertretern des Amts für Informatik des Kantons Thurgau, der VRSG und vier Personen der Grundbuch- und Notariatsverwaltung. Für die Planung hatten wir genügend Zeit, jedoch ein eher kleines Zeitfenster für die Realisierung. Das «Go-Live» am 1. Januar 2017 haben wir bereits früh definiert und stets daran festgehalten – dass es auch tatsächlich klappte, war aber ein Kraftakt. Wir haben 120 Mitarbeitende, die zwar das Grundsystemkannten, dessen Überarbeitung bedingte aber ein Umdenken. Das Testsystem startete Ende Oktober 2016. Wir hatten nur rund zwei Monate für die Tests, was ein sehr enger Zeitraum ist, um Fehler zu korrigieren. Aber es klappte. Zwischen Weihnachten und Neujahr gaben wir das Okay zum Aufschalten. In der ersten Januarwoche war noch einiges zu bereinigen, doch das hat die VRSG jeweils umgehend gemacht. Das war sehr positiv.

 
Linus Schwager

Was hat sich seit der Reorganisation verändert?
LINUS SCHWAGER: Die Zusammenlegung der Grundbuchämter erfolgte in zwei Schritten. Die Umstellung auf die fünf neuen Bezirksorganisationen erfolgte bereits am 1. Juni 2016. Diese erste grosse Anpassung war mit viel Arbeit verbunden. Per 1. Januar 2017 kam die technische Umstellung auf die neue Lösung. Rückblickend bin ich sehr froh, dass wir die räumliche und systembedingte Umstellung zeitlich versetzt durchführten.

Heute ist das Arbeiten mit der Grundbuchlösung definitiv einfacher geworden. Gab es früher zwanzig Datenbanken, ist es heute nur noch eine. Dadurch hat jeder Mitarbeitende einen viel grösseren Überblick über die Bezirke und kann auch über diese Grenzen hinausschauen.

Sie arbeiteten jahrzehntelang mit der N+W Informatik GmbH zusammen. Anfang 2015 hat die VRSG die Weiterentwicklung von TERRIS übernommen und ist nun Ihre Ansprechpartnerin. Wie haben Sie den Wechsel erlebt?
LINUS SCHWAGER: Wir haben den Wechsel sehr positiv erlebt. Mit N+W hatten wir einen sehr engen Kontakt, diese Nähe konnten wir nahtlos weiterziehen. Der Unterschied ist lediglich, dass wir nicht mehr nur zwei Ansprechpersonen haben, sondern einige mehr.