VRSG | Verwaltungsrechenzentrum AG St.Gallen

Kontinuität sichern, volles Potenzial nutzen

Die Idee ist nicht neu – jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür: Die Verwaltungsräte der VRSG und der Abraxas empfehlen ihren Aktionären eine Fusion in zwei Schritten. Die Aktionäre der VRSG können bis am 30. August 2017 entscheiden, ob sie das Aktientausch-Angebot dafür annehmen. Die beiden Aktionäre der Abraxas, die Kantone St. Gallen und Zürich, und die Stadt St. Gallen, die grösste VRSG-Aktionärin, haben bereits grünes Licht gegeben.

Die Anforderungen an die öffentlichen Verwaltungen – und damit auch an die geforderten IT-Lösungen – werden immer komplexer. Die Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse und Lebensgewohnheiten und damit die Ansprüche an Dienstleister grundlegend. Auch jene an die Verwaltungen. «Die jungen Bürgerinnen und Bürger, auch immer mehr ältere, digital orientierte Menschen wollen eine nahtlose digitale Verwaltung», formulierte es Prof. Walter Brenner, Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen, in einem Interview im St. Galler Tagblatt: «Sie wollen die Dienstleistungen auf gleiche Weise, wie sie sie von Facebook, Amazon, YouTube und Netflix bekommen, auch von der öffentlichen Verwaltung erhalten. Sie wollen maximal viel von zu Hause aus erledigen, wann immer sie Zeit und Lust dazu haben.» Damit steigt das Bedürfnis nach durchgängigen Lösungen ohne Medienbrüche zwischen Bevölkerung, Unternehmen und Verwaltungen über alle Staatsebenen hinweg. 

Bekenntnis zum ICT-Standort Schweiz 
«Der geplante Zusammenschluss ist die richtige Antwort auf diese Entwicklungen.» Davon sind Reto Gutmann und Peter Baumberger, der CEO der Abraxas und der GL-Vorsitzende der VRSG, überzeugt. «Die beiden Unternehmen ergänzen sich ideal. Und wir teilen dieselben Werte. Der Zusammenschluss stärkt unsere Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit auf lange Sicht. Kontinuität, Stabilität und Swissness bleiben gewährleistet.» Mit der Fusion entsteht eine neue Marke mit Strahlkraft am Schweizer ICT-Markt: der führende Anbieter von durchgängigen Informatiklösungen für die öffentliche Hand im Schweizer Markt. Die Fusion ist ein Bekenntnis zum ICT-Standort Schweiz. Das Aktienkapital des neuen Unternehmens bleibt weiterhin vollständig im öffentlichen Eigentum.

Durchgängiger «Rundum-Service»
«Gemeinsam können wir die öffentlichen Verwaltungen durchgängig über alle Staatsebenen hinweg mit einem vollen ‹Rundum-Service› optimal unterstützen», führt Reto Gutmann aus. Mit ihren Gesamtdienstleistungen überzeugen beide Unternehmen bereits heute im Markt, wie ihre kontinuierlich wachsenden Marktanteile zeigen. Darin sieht auch Walter Brenner im Interview mit dem St. Galler Tagblatt die grosse Chance der geplanten Fusion: «Heute scheitern viele gute Digitalisierungsprojekte in der öffentlichen Verwaltung an Interessenkonflikten zwischen den staatlichen Ebenen. Bund, Kantone und Gemeinden sind immer wieder getrennt unterwegs. Der Zusammenschluss von Abraxas und VRSG könnte eine elegante Lösung für dieses Problem sein. Es ist durchaus möglich, dass dieses neue Unternehmen in einzelnen Bereichen eine kritische Grösse erreicht und damit an Innovationskraft gewinnt.»

 

«Das neue Unternehmen soll wie ein Schwarm sein. Beweglich und veränderungsfähig.»


Schweizer Datenhoheit
Das Zusammengehen der zwei Partner garantiert nachhaltig Kontinuität und Wachstum. Beide Unternehmen stehen auf solider wirtschaftlicher Basis. Beide gewährleisten ihren Kunden Datenhoheit und Datensicherheit in der Schweiz. Die Kunden behalten die für sie wichtigen, gewohnten IT-Lösungen und Ansprechpartner. «Die laufenden Projekte und Verträge werden verlässlich weitergeführt», betont Eduard Gasser, Verwaltungsratspräsident der VRSG. «Das Vertrauen, das uns die Kunden entgegenbringen, ist für uns das wichtigste Gut. Dem tragen wir umsichtig Sorge.» Zugleich gewinnt das neue, gemeinsame Unternehmen zusätzliche Attraktivität am Arbeitsmarkt. «Mit über 800 Fachleuten unter einem Dach stärken wir unsere Kompetenz. Und für IT-Cracks werden wir noch attraktiver», ist Peter Baumberger überzeugt. «Das ist angesichts des Fachkräftemangels in der ICT-Branche entscheidend.» Für die Mitarbeitenden eröffnen sich interessante Möglichkeiten, spannende Perspektiven und neue Karrierepfade. «Das neue, gemeinsame Unternehmen soll wie ein Schwarm sein», ergänzt Reto Gutmann. «Beweglich, sich neuen Situationen anpassend, veränderungsfähig und aus vielen Individuen bestehend, die sich gemeinsam bewegen – immer vorwärts, auf das gleiche Ziel hin.» 

Nachhaltigkeit und Stabilität
Um eine möglichst reibungslose Fusion zu gewährleisten und dabei das operative Geschäft der beiden bestehenden Unternehmen nicht zu beeinträchtigen, ist zuerst die Gründung einer Abraxas-VRSG Holding AG mit Sitz in der Stadt St. Gallen als Übergangsgesellschaft geplant (siehe Box auf S. 4). Die Holding und die beiden Tochterunternehmen sollen von einem Verwaltungsrat und einer Geschäftsleitung geführt werden. Verwaltungsratspräsident soll Eduard Gasser werden (aktuell VRSG). Als CEO ist Reto Gutmann (aktuell Abraxas), als stellvertretender CEO Peter Baumberger (aktuell VRSG) und als CFO Rolf Lichtin (aktuell Abraxas) vorgesehen. «Wir planen nun gemeinsam die nötigen Massnahmen für eine stabile und nachhaltige Integration», erläutert Eduard Gasser. «Für den anstehenden Prozess braucht es den Einsatz aller Beteiligten. Alle Mitarbeitenden, die auch selber bereit zu Veränderungen sind, werden in der künftigen Organisation ihren Beitrag leisten können.»

 

ZUR PERSON: RETO GUTMANN

Reto Gutmann kennt den Schweizer IT-Markt aus langjähriger Erfahrung. Für ihn ist klar: «Unabhängig davon, ob im privaten oder im öffentlichen Markt: Es herrscht ein harter Wettbewerb. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss bei jeder Dienstleistung stimmen.» Von 2011 bis Ende April 2016 leitete Reto Gutmann als Direktor die Informatikdienste der ETH Zürich. Dort hat der 49-Jährige ursprünglich sein Studium der Elektrotechnik absolviert, bevor er sich als Softwareingenieur und Projektleiter bei der Siemens-Albis AG und als IT-Berater bei Arthur Andersen profilierte. Ab 2001 führte er bei Siemens Schweiz zuerst die Entwicklungsabteilung, danach den Bereich «Software Solutions and Services» und schliesslich als CEO die Siemens IT Solutions and Services AG. Reto Gutmann ist verheiratet und hat drei Kinder.

 

ZWEI SCHRITTE – OPERATIV AB APRIL 2018

Vorläufig ändert sich für die Kunden und Partner der VRSG und der Abraxas nichts: Alle Verträge bleiben gültig, alle Projekte laufen wie geplant weiter. Ob die Fusion definitiv zustande kommt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Die rund 130 Aktionäre der VRSG können bis am 30. August 2017 entscheiden, ob sie das Angebot zum Aktientausch annehmen, der für den Zusammenschluss vorgesehen ist.


VRSG-Verwaltungsratspräsident Eduard Gasser ist zuversichtlich, dass die Aktionäre den guten Argumenten für den Zusammenschluss folgen und das Vorhaben unterstützen werden. Wenn das nötige Quorum der Aktionäre erreicht wird, ist eine Fusion in zwei Schritten vorgesehen: Zuerst soll im Oktober 2017 die Gründung der Abraxas-VRSG Holding AG mit der VRSG und der Abraxas als Tochterunternehmen erfolgen. Für April 2018 ist dann die Zusammenlegung der Holding mit den beiden Töchtern unter einem neuen Namen geplant. Wie das Unternehmen dannzumal heissen wird, ist noch völlig offen, erklärt Eduard Gasser: «Die Arbeiten zur Integration der beiden Firmen starten aus wettbewerbsrechtlichen Gründen erst ab September 2017. Sobald von allen Aktionären eine verbindliche Antwort eingegangen ist, werden wir über die weiteren Schritte informieren.»