Harmonisiertes Rechnungslegungsmodell

SCHRITTWEISE UMSETZUNG BEGINNT 

Die Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren (FDK) hat der Modernisierung des Harmonisierten Rechnungslegungsmodells zugestimmt. Die Einführung ist in der gesamten Schweiz geplant, die Ausführung und Umsetzung obliegt den Kantonen. Die VRSG hat diese Umstellung zusammen mit den verantwortlichen Behörden und Kunden initiiert. Die Umsetzung erfolgt nun schrittweise in enger Zusammenarbeit.

Der Standard des Harmonisierten Rechnungslegungsmodells definiert die Struktur und regelt die Kontierung und Berichterstattung für öffentliche Finanzen. Die neue Version 2, kurz HRM2, im Kanton St. Gallen RMSG genannt, basiert auf privatwirtschaftlichen Ansätzen und erlaubt grössere Freiräume bei Abgrenzungen und der Bildung von sogenannten «Stillen Reserven». So werden die Bereiche «Finanz- und Ertragslage» und «Vermögenslage» transparenter und einheitlicher dargestellt. In den Kantonen Thurgau und Graubünden muss die Umstellung bis spätestens 1. Januar 2018 erfolgen; in den Kantonen Zürich und St. Gallen bis spätestens 1. Januar 2019. Pilotgemeinden und Städte, die bereits nach dem neuen Rechnungslegungsmodell arbeiten oder eine Ausnahmebewilligung genehmigt erhalten, sind von diesem Zeitplan ausgenommen. 

Ganzheitlich und effizient
Die VRSG setzt für die nötige Umstellung ihre Eigenentwicklung «HRM2-Tool» als zentrales Hilfsmittel ein. Dieses Tool berücksichtigt beim Übertrag ins neue Modell die Finanzlösung und sämtliche darin zusätzlich integrierten VRSG-Lösungen. «Für die Finanzvorstände unserer Kunden ist es wichtig, diese Umstellung ganzheitlich und effizient anzugehen. Qualität und definierte Kontrollpunkte spielen dabei eine wichtige Rolle. Nur so können anschliessend beispielsweise die Löhne in der Fachlösung VRSG | HR Lohn korrekt berechnet werden. Denn diese müssen im Finanzsystem richtig verbucht und via BankingPortal zur Auszahlung freigegeben werden», erklärt Harry Gerhäuser, Senior Projektleiter bei der VRSG, die anstehenden Arbeiten. 

Enger Zeitplan, intensive Tests
«Unsere Kunden können zwischen Ende September und Ende November 2017 die Umschlüsselung vom heutigen HRM1 auf HRM2 mithilfe des Tools definieren. Ab Dezember 2017 werden wir dann das Finanzsystem nach dem neuen Modell einrichten – und ab Mai 2018 unseren Kunden zur Verfügung stellen. Viele Kunden wünschen bereits die Umschlüsselung des Budgets 2018 auf die neue Struktur. Wir werden deshalb das HRM2-Tool wie auch die Finanzsysteme darauf ausrichten», fasst Harry Gerhäuser den intensiven Zeitplan zusammen. Damit die Qualitätsansprüche trotz der engen Fristen erfüllt werden, sind diverse technische und fachliche Tests – sowohl intern wie auch mit den Kunden – geplant. «Diese sollen unseren Kunden die Sicherheit geben, dass alle Aspekte des neuen Modells in der Finanzapplikation wie auch in den Fachapplikationen berücksichtigt wurden», so Harry Gerhäuser. Zusätzlich erhalten die Kunden für den Übergang vom bestehenden auf das neue Rechnungslegungsmodell ein Drehbuch als Checkliste. «Es ist durchaus möglich, dass Kunden dieses Drehbuch für spezielle Fälle oder Drittapplikationen erweitern müssen», erklärt Gerhäuser. Die Einführung der Anlagenbuchhaltung wird erst im Rechnungsjahr 2019 notwendig. Mit dem Jahresabschluss 2019 wird die Umsetzung und die Umstellung auf HRM2 definitiv abgeschlossen sein. 

DAS WIRD NEU:

Kontenplan mit angepasster funktionaler Gliederung 

- Bewirtschaftung von Anlagen im Verwaltungsvermögen mit Abschreibungen nach wirtschaftlicher Nutzungsdauer (allenfalls mit Neubewertung) 

- Zweistufige Erfolgsrechnung 

- Geldflussrechnung 

- Erweiterung des Anhangs zur Jahresrechnung