Starkes Signal: Aktionäre der VRSG geben grünes Licht für Fusion

Die Aktionäre der VRSG haben dem Zusammenschluss mit der Abraxas sehr deutlich zugestimmt. Unmittelbar nach Ablauf der Angebotsfrist startete am 1. September das Integrationsprojekt «VIVA!». Das VRSG | Magazin spricht dazu mit Abraxas-CEO Reto Gutmann und VRSG-Chef Peter Baumberger, dem designierten CEO bzw. stv. CEO des fusionierten Unternehmens.

Reto Gutmann, Peter Baumberger, die Aktionäre der Abraxas hatten dem Fusionsvorhaben bereits zuvor zugestimmt, jene der VRSG hatten bis Ende August Zeit zum Entscheiden. Nun haben Sie grünes Licht, alle 135 Aktionäre der VRSG haben sich ebenfalls für die Fusion ausgesprochen. Rund 90 Prozent der VRSG-Aktionäre haben das Angebot zum Tausch ihrer Aktien in solche der neuen Abraxas-VRSG Holding AG angenommen, rund 10 Prozent verkaufen sie zum Nominalwert an die VRSG zurück. Was bedeutet das für Sie? 

RETO GUTMANN: Die ausgesprochen deutliche Zustimmung auch der VRSG-Aktionäre zeigt, dass sie unser langfristig angelegtes Vorhaben stützen. Sie haben Vertrauen in die Strategie, die unsere beiden Verwaltungsräte mit dem Zusammenschluss verfolgen. Und es zeigt klar, dass das neue Unternehmen auf einer soliden Basis stehen wird. 

PETER BAUMBERGER: Die überwältigende Mehrheit, mit der sich die Aktionäre hinter unser Vorhaben gestellt haben, ist in der Tat ein Vertrauensbeweis. Zugleich sind damit aber auch hohe Erwartungen verbunden. Die Aktionäre haben damit das Fundament gelegt, auf dem wir gemeinsam den führenden Schweizer Anbieter durchgängiger IT-Lösungen für die öffentliche Hand bauen werden. Das verpflichtet. Der Auftrag ist klar, wir sind bereits intensiv an der Arbeit! 

Sie sprechen es an: Welche Vorteile dürfen denn die Kunden der VRSG vom Zusammenschluss erwarten? Was verändert sich nun?
BAUMBERGER: Vorerst ändert sich nichts. Auf laufende Projekte und bestehende Verträge hat die Gründung der Abraxas-VRSG Holding AG, die wir diesen Herbst vornehmen, keine Auswirkungen. Bis die Fusion der neuen Holding und ihrer beiden Tochterunternehmen Abraxas und VRSG im kommenden Jahr vollzogen wird, agieren die beiden Unternehmen weiterhin als eigenständige Organisationen am Markt. Sie setzen alles daran, die Bedürfnisse ihrer Kunden wie bisher zu erfüllen. Vom neuen Unternehmen können sie insbesondere durchgängige Lösungen über alle drei staatlichen Ebenen erwarten, vom Bund über die Kantone bis zu den Gemeinden: einen «Rundum-Service» aus einer Hand, wie ihn sonst kein anderer IT-Dienstleister für die öffentliche Hand bieten kann. 

 

Wie geht es denn nun weiter?
GUTMANN: Im Rahmen unseres Integrationsprojekts «VIVA!», das ein spezifisches Team unter der Leitung von Peter Baumberger umsetzt, definieren wir nun schrittweise die Organisation und die Prozesse für das neue gemeinsame Unternehmen. Ziel ist, dass wir Mitte 2018 mit dem neuen Unternehmen starten können. Dabei lassen wir uns von fünf Grundüberlegungen leiten. Die erste und wichtigste ist: Die Kundenorientierung ist das Leitprinzip für die Struktur des künftigen Unternehmens. Wir haben das Startmodell für die Organisation konsequent von den Kunden her gedacht, um mehr Marktorientierung zu erreichen. Zweitens wollen wir mehr Effizienz in der Erbringung unserer Dienstleistungen erreichen. Drittens wollen wir künftig auch mehr Innovationen in allen Fachbereichen ermöglichen, um unsere Kunden mit neuen Lösungen für die Integration über die Staatsebenen und Institutionen hinweg zu begeistern. Wir werden prüfen, welche Möglichkeiten zur Standardisierung und Automatisierung unserer Abläufe, Lösungen und Dienstleistungen wir nutzen können. Und schliesslich wollen wir als modernes IT-Unternehmen mit noch mehr Agilität und Selbstverantwortung bei jeder und jedem Einzelnen der Dynamik des Marktes gerecht werden. 

Was heisst das konkret für die Organisation?
BAUMBERGER: Die Aufbauorganisation der künftigen Unternehmung haben wir auf der ersten und zweiten Führungsstufe definiert. Während die Mitglieder der ersten Führungsstufe, jener der Geschäftsleitung, bereits ernannt sind, laufen derzeit noch Nominationsgespräche mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Führungspositionen auf der zweiten Führungsstufe. Sind diese Führungspersonen nominiert, werden wir mit ihnen gemeinsam die weiteren Positionen besetzen. Es ist uns wichtig, hierfür einem für alle Beteiligten fairen Nominationsprozess zu folgen. Die künftige Organisation wird mit vier Hierarchie stufen und drei Führungsebenen flach sein. Die Mitarbeitenden sollen sich individuell entwickeln können. Wir sehen in unserer künftigen Firma zwei gleichberechtigte Karrierepfade vor: einerseits Fachkarrieren, andererseits Führungskarrieren. Für beide sind entsprechende Förderprogramme geplant. Zugleich investieren wir wie bisher in die Aus- und Weiterbildung. Mit diesen Grundsätzen verfolgen wir ausschliesslich ein Ziel: unseren Kunden die bestmöglichen Dienstleistungen zu erbringen. 

Zum Schluss, Peter Baumberger: In den Medien wurde wiederholt verbreitet, die VRSG sei ein Sanierungsfall und habe sich nun einfach in die Arme der Abraxas gerettet. Was ist da dran?
BAUMBERGER: Nichts. Richtig ist, dass die VRSG in einem mehrjährigen Investitionszyklus, der langfristig geplant und gerechnet wurde, kräftig in die Erneuerung von Architektur und Systemen, in neue Technologien sowie in neue Gesamtlösungen investiert hat und weiterhin investiert. Wir hatten gemäss unseren Statuten und unserer Strategie bewusst Reserven gebildet für die Weiterentwicklung des Unternehmens zugunsten der Kunden. Die Initiative zum Zusammenschluss ging von beiden Unternehmensleitungen aus. Wir stehen seit Jahren in regelmässigem Austausch. Der Prozess, der schliesslich zum Fusionsentscheid führte, begann bereits vor drei Jahren.

 

Designierter Verwaltungsrat


Designierte Geschäftsleitung